Drei Modelle für Zahnspangen und im Hintergrund sind die unterschiedlichen Stärken der Drähte zu sehen. Die Krankenkassen wollen angesichts der hohen Kosten dieser Behandlung nun den mittel- und langfristigen Nutzen prüfen lassen.© dpa/picture alliance

 

Steht der Ausgabe für eine kieferorthopädische Behandlung ein entsprechender (wirtschaftlicher) Nutzen gegenüber? Diese Frage stellen sich die Krankenkassen angesichts der Höhe der Kosten von über eine Milliarden Euro und berufen sich auf fehlende Studien zum Thema.

Rund 1,1 Milliarden Euro und damit etwa 8 Prozent der Gesamtausgaben der Krankenkassen für zahnmedizinische Behandlungen in Höhe von 13,8 Milliarden Euro entfallen auf kieferorthopädische Behandlungen. Aufgrund dieses Betrages hat der Bundesrechnungshof eine Prüfung veranlasst.

Das Ergebnis der Studie des Berliner IGES-Instituts im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums: Gibt es ausreichend wissenschaftliche Studien zum medizinischen Nutzen und der Wirtschaftlichkeit von Zahnspangen?

„Kieferorthopädische Behandlungen kosten die gesetzlichen Krankenkassen und damit die Beitragszahler jedes Jahr rund eine Milliarde Euro und bedeuten für die Betroffenen teilweise erhebliche Belastungen und Anstrengungen“, sagte Ann Marini, stellvertretende Sprecherin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen, gegenüber der Welt am Sonntag.

Dabei wisse man nicht, „ob die Behandlungen mittel- und langfristig überhaupt die erhofften Ergebnisse bringen“. Dafür brauche es belastbare Studien, die zwar aufwendig und teuer aber unvermeidlich seien. Ein Antrag zur Nutzenbewertung kieferorthopädischer Leistungen solle gestellt werden, sagt Ann Marini zur Welt am Sonntag. Es sei denkbar, dass die Richtlinien für kieferorthopädische Behandlungen angepasst und Behandlungspauschalen eingeführt würden.

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