Mit diesem Tweet hat eine Kölner Jugendliche vor einigen Jahren bundesweit für großen Wirbel gesorgt und eine Debatte über das Bildungssystem losgetreten. Und damit trifft sie voll ins Schwarze. Denn die Meinungen vieler Kinder und mittlerweile auch Eltern ist, dass einige Dinge die in den Schulen gelehrt werden die Kinder später nie wieder brauchen werden.

An dieser Stelle sei gesagt, dass das deutsche Schulsystem mit zu den besten Schulsystemen der Welt gehört. Doch neben Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen und Naturwissenschaften wünschen sich über 70% aller Schüler eher einen praxisbezogenen Unterricht. Natürlich ist es wichtig unseren Kindern während der Schulzeit eine fundierte Allgemeinbildung zu vermitteln, Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern oder ihr Interesse und Neugier auf bisher unbekannte Gebiete zu lenken. Doch beschäftigen sich Jugendliche mit der Zeit nach der Schule, so stoßen sie sehr schnell an ihre Grenzen. Wie funktioniert ein Girokonto? Was macht die Schufa? Wie funktioniert ein Studentendarlehen? Was ist eine Steuererklärung? Wie funktioniert ein Mietvertrag? Rente, was ist das? Was sind Versicherungen und wie funktionieren diese? Privathaftpflicht? Altersvorsorge? Berufsunfähigkeit? Eine Liste von Fragen die lange fortgeführt werden kann.

Doch was hat sich seit dem Tweet für jugendliche getan? Hat sich etwas verändert?

Scheinbar sehr wenig, denn die meisten Lehranstalten sehen sich hier nach wie vor nicht in der Verantwortung. Meistens wird hier der Standpunkt vertreten, dass es nicht die Aufgabe der Schule sei die Kinder auf das Leben vorzubereiten. Fast 18-jährige müssen in der Lage sein, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Alternativ könne man alle Informationen auch im Internet recherchieren oder die Eltern fragen.

Überspitzt könnte ich jetzt fragen warum unsere Kinder in die Schule gehen? Schließlich können sie alles was sie in der Schule lernen auch im Internet recherchieren.

Es ist bestimmt nicht verkehrt auch die Eltern mit in die Verantwortung zu nehmen. Doch wie sieht es in der Realität oftmals aus? Wo Eltern noch beim Mietvertrag oder der Eröffnung eines Girokontos helfen können, vielleicht auch noch in der Lage sind die Schufa zu erklären, so sind sie in Bezug auf Finanzthemen meist selber überfordert. Daher wünschen sich auch gerade viele Eltern einen praxisbezogenen Unterricht, welcher den Kindern zumindest die Grundlagen zu Finanzthemen vermittelt.

Wenn ich heute meine Kunden danach frage wie sie ihre Kinder auf das Leben nach der Schule und den Finanzdschungel vorbereitet haben oder vorbereiten werden, dann erhalte ich sehr oft die Antwort: „Dann rufe ich sie an!“

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